Landesverband für Amphibien- und Reptilien-Schutz in Bayern e.V.

Sumpfschildkröte, Feuersalamander, Ringelnatter, Springfrosch, Zauneidechse

Artenhilfsmaßnahmen für die Gelbbauchunke
im Altlandkreis Neuburg an der Donau

Verbreitung der Gelbbauchunke im Altlandkreis Neuburg.

Rote Punkte:
aktuelle Vorkom­men, Stand Ende 2010 (können historische Vor­kommen überdecken)

Orange Punkte:
neue, zusätzliche Vorkommen 2011/2012 (spontane Neu-/Wiederbesiedlung neuer Biotope und Entdeckung bisher unbekannter Biotope)

Schwarze Punkte:
historische Vorkommen
Die Karte zeigt, dass sich die Unken im Kernbereich der ursprünglichen Verbreitung gehal­ten (bzw. infolge der Arten­hilfs­maß­nahmen wieder aus­gebreitet) haben. In den Rand­bereichen konnte die alte Verbreitungs­ausdehnung noch nicht erreicht werden. Daran arbeiten wir noch!
Bild 1: Reaktivierung eines viel­seitigen Feuchtbiotops mit kleinen und großen Gewässern. Die kleinen Gewässer (die alle neu gegraben wurden) sind für Unken geeignet. Wegen des Schilfbewuchses ist eine jähr­licher Pflege notwendig.
Bild 2: Gleiches Biotop wie Bild 1 (ein Jahr später). Das Bild zeigt die flachen, für Unken grund­sätzlich geeigneten Tümpel.
Bild 3: Neuanlagen von Unken­tümpeln in einem teilweise auf­gefüllten Steinbruch.
Bild 4: Neuanlagen von Unken­tümpeln in einem Steinbruch mit natürlich felsigem Untergrund. Hervorragend für Unken geeignet — und es ist keine Pflege erforderlich!
Bild 5: Total verwachsene alte Tümpel; als Laichgewässer für die Gelbbauchunke nicht mehr geeignet.
Bild 6: Großräumige Freilegung der verwachsenen Tümpel aus Bild 5.
Bild 7: Einbau von Unkentümpeln in die Tümpelfläche (von Bild 5 und 6).
Bild 8: Neuanlage von Unken­tümpeln am Waldwegrand. Hervorragend für Unken geeig­net, da teils besonnt, teils aus­trocknend. Ggf. kann dort auch immer wieder nachgegraben oder es können neue Tümpel gegraben werden.
Bild 9: Anlage von Unkentümpeln auf einer ehemaligen und auf­gefüllten Deponiefläche im Wald. Hervorragend für Unken geeignet, da der Bereich sehr vielseitig strukturiert ist. Falls erforderlich, kann wieder neu gegraben werden.
Bild 10: Andere Ansicht der gleichen Fläche wie Bild 9.
Bild 11: Neuanlage von Unkentümpeln im Staatsforst. Auwald mit Lehmauflage.
Bild 12: Neuanlage von Unken­tümpeln im Naturschutzgebiet Kreut (ehemaliger Panzerübungs­platz).
Durch den Wegfall der Befahrung mit Panzern wären die Unken fast verschwunden: Es sind keine Pfützen mehr mit durch die Befahrung verdichteten Boden entstanden, in denen das Wasser ausreichend lange stehen blieb.
Das Gebiet ist hervorragend für Unken geeignet, da es strukturell sehr vielseitig ist und die Vege­tation durch die Beweidung mit Schafen kurz gehalten wird.
Bild 13: Pflege von stark einge­wachsenen Unkentümpeln.
Bild 14: Ein Pflegeteam.
Bild 15 (Sept. 2010): Moorbiotope müssen gepflegt werden! Diese Tümpel sind nur bedingt für Unken geeig­net, da sie zu zu groß sind und in der Regel nicht austrocknen (und daher mit Prädatoren besetzt sind).
Bei hohem Grundwasserstand könnten allerdings per Hand kleine „Unkenlöcher“ für die Reproduktion gegraben werden.
Bild 16: Typischer Kieselerde­abbau im Altlandkreis Neuburg. Diese Bereiche sind hervorragend für Unken geeignet, da immer wieder neue trübe Pfützen und Tümpel entstehen.
Dem Abbau verdankt die Unke im Landkreis — mangels geeigneter natürlicher Biotope — die hohe Bestandsdichte über Jahrzehnte.
Bild 17: Abschließend ein Beispiel für die Notwendigkeit der Pflege auch anderer Amphibienbiotope, die in die Jahre gekommen sind. Wird dort nichts getan, verlanden die Biotope und es entsteht ein Wald.


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Text: K.-H. Schaile
Redaktion: Th. Dürst
Fotos: K.-H. Schaile
letzte Aktualisierung: 4. Januar 2013