Landesverband für Amphibien- und Reptilien-Schutz in Bayern e.V.

Sumpfschildkröte, Feuersalamander, Ringelnatter, Springfrosch, Zauneidechse

Bestimmungshilfe Amphibien: Frösche, Kröten, Unken

Tiere mit vier Beinen, ohne Schwanz; Haut glatt oder warzig.

Hinweis:
Es sind nur Merkmale genannt, die die jeweiligen Arten von anderen in Bayern vorkommenden Arten trennen.
In Gebieten außerhalb Bayerns sind Verwechslungen mit anderen dort vorkommenden Arten möglich.

Manche Arten sind anhand ihrer Rufe leichter zu unterscheiden als nach dem Aussehen. Die Rufe können Sie z.B. bei den
externer Link Offenen Naturführern oder auf den Seiten der externer Link Koordinationsstelle für Amphibien- und Reptilienschutz in der Schweiz (hier nicht alle bayerischen Arten) anhören.

Weitere Informationen zu den Arten finden Sie bei den Artbeschreibungen (zur Artbeschreibung Übersicht).

Familie Unken und Barbourfrösche
In Bayern nur eine (Unken-)Art, durch die herzförmig-dreieckige Pupille von allen anderen Froschlurchen Bayerns unterschieden.


Gelbbauchunke, unten in Kahnstellung (Abwehrhaltung) (Fotos: Th. Dürst, A. Zahn)
Pupille dreieckig-herzförmig; Oberseite (grau-)braun, Unterseite gelb mit (grau-)baunen Flecken.

Verwechslungsmöglichkeiten:
Aufgrund der genannte Merkmale keine.


zur Artbeschreibung Gelbbauchunke (Bombina variegata)
Familie Geburtshelferkröten
In Bayern nur eine Art.

Geburtshelferkröte, Eier tragendes Männchen
(Foto: E. Andrä)
Pupille senkrecht stehend, Haut warzig. Oberseite (grau-)braun, einfarbig oder gesprenkelt.
In Bayern nur im Norden (Rhön) vorkommend.
Einzige Art in Bayern/Deutschland, die ihre Eier nicht im Wasser ablegt.

Verwechslungsmöglichkeiten:
Nur die Knoblauchkröte besitzt ebenfalls eine senkrecht stehende Pupille; ihre Haut ist jedoch relativ glatt.


zur Artbeschreibung Geburtshelferkröte (Alytes obstetricans)
Familie Krötenfrösche
krötenähnliche Froschlurche mit (relativ) glatter Haut und auffälliger Grabschaufel (bzw. horniger Grabschwiele) an den hinteren Mittelfußgelenken; in Bayern nur eine Art.

Knoblauchkröte (Foto: Th. Dürst)
Pupille senkrecht stehend, Haut relativ glatt. Oberseite (gelb-, grau-)braun, manchmal auch olivgrün, oft mit roten Punkten, Rücken längs gefleckt.

Verwechslungsmöglichkeiten:
Nur die Geburtshelferkröte besitzt ebenfalls eine senkrecht stehende Pupille; ihre Haut ist jedoch warzig.


zur Artbeschreibung Knoblauchkröte (Pelobates fuscus)
Familie Echte Kröten
Haut warzig, Pupille waagrecht.

Erdkröte (Foto: Th. Dürst)
Pupille waagrecht, Iris orangegold/kupferfarben; Haut stark warzig; dunkel-, hell-, grau-, oliv- oder rotbraun (Jungtiere manchmal orange[-braun]) gefärbt, mehr oder weniger stark braun gefleckt.

Sehr häufig; zur Laichzeit im Frühjahr oft mit dem Grasfrosch im gleichen Gewässer.

Verwechslungsmöglichkeiten:
Kreuzkröte; diese aber meist mit gelber Rückenlinie.


zur Artbeschreibung Erdkröte (Bufo bufo)

Kreuzkröte (Foto: Th. Dürst)
Pupille waagrecht, Iris grünlich; oberseits (oliv-)braun, mit dunkleren olivgrünen bis braunen Flecken und mittig über den Kopf und den ganzen Körper gehender gelber Linie (kann auch fehlen bzw. sehr undeutlich sein); Haut warzig, Warzenspitzen oft rötlich. Hinterbeine relativ kurz, Fortbewegung laufend.

Verwechslungsmöglichkeiten:
Individuen mit sehr undeutlicher gelber Rückenlinie können mit der Wechselkröte verwechselt werden, die sich jedoch hüpfend fortbewegt.


zur Artbeschreibung Kreuzkröte (Bufo calamita)


Wechselkröte; Farbvarianten (Fotos: E. Andrä. A. Zahn)
Pupille waagrecht, Iris grünlich; Oberseite grau bis bräunlich mit grünen Flecken; Haut warzig, Warzen­spitzen können rötlich gefärbt sein.

Verwechslungsmöglichkeiten:
mit Individuen der Kreuzkröte ohne gelber Rückenlinie und ausgeprägt grünlicher Fleckung.


zur Artbeschreibung Wechselkröte (Bufo viridis)
Familie Laubfrösche — Laubfrosch

Laubfrosch (Foto: Th. Dürst)
Oberseite meist fast vollständig hellgrün, manchmal auch dunkelgrün, grau oder braun, sehr selten auch blau. Fingerspitzen deutlich verbreitert (Haftscheiben).

Verwechslungsmöglichkeiten:
keine; aufgrund der Haftscheiben eindeutig identifizierbar.


zur Artbeschreibung Laubfrosch (Hyla arborea)
Familie Echte Frösche — Braunfrösche
Oberseits (hell-, gelb-, rötlich- grau-)braun oder blau gefärbt (niemals grün), ohne oder mit mehr oder weniger ausgeprägten dunklen Flecken; Haut +/- glatt. Fortbewegung fast immer springend. — In Bayern drei Arten.
Hinweis: Die Braunfroscharten variieren stark in der Färbung und sind daher anhand ihres Aussehens nicht immer unterscheidbar. Auf Belegfotos muss die Augenpartie und das Trommelfell gut erkennbar sein (Seitenansicht!)
Eine Bestimmung nach ihren Rufen ist sehr viel einfacher.-->

Grasfrosch (Foto: Th. Dürst)
Trommelfell kleiner als das Auge, Abstand zum Auge entspricht etwa dem halben Durchmesser des Trommel­fells.
Ohne Rückenstreifen.

Die Männchen können zur Laichzeit blaue Partien auf­weisen.

Verwechslungsmöglichkeiten:
Moorfrosch (hat meist einen hellen Rückenstreifen);
Springfrosch (größeres Trommelfell, näher am Auge).


zur Artbeschreibung Grasfrosch (Rana temporaria)


Moorfrosch; Farbvarianten
(Fotos: U. Pankratius. A. Zahn)
Trommelfell deutlich kleiner als das Auge, Abstand zum Auge entspricht fast dem Durchmesser des Trommel­fells; meist heller Streifen auf dem Rücken (manchmal nur schwach ausgeprägt), kann auch fehlen.

Die Männchen sind zur Laichzeit meist blau gefärbt.

Nur in wenigen Regionen Bayerns vorkommend.

Verwechslungsmöglichkeiten:
Grasfrosch (ohne hellen Rücken­streifen.), Springfrosch (in der Regel ohne hellen Rücken­streifen.)


zur Artbeschreibung Moorfrosch (Rana arvalis)

Springfrosch (Foto: E. Andrä)
Trommelfell etwa so groß wie das Auge, sehr nahe am Auge (Abstand immer kleiner als der halbe Durchmesser des Trommelfells. Meist ohne hellen Rückenstreifen.

Die Männchen sind niemals blau gefärbt.

Verwechslungsmöglichkeiten:
Grasfrosch, Moorfrosch (beide mit kleinerem, vom Auge weiter entfernten Trommelfell).


zur Artbeschreibung Springfrosch (Rana dalmatina)
Familie Echte Frösche — Grünfrösche
Oberseits grün, oft mit braunen Anteilen, seltener auch ganz braun, meist mit dunklen oder schwarzen Flecken; Hinterbeine meist dunkel gestreift, stellenweise manchmal auch gelb; Haut +/- glatt, manchmal auch warzig. Fortbewegung fast immer springend. — In Bayern drei Arten (genau: zwei Arten und ein Hybrid).
Nachfolgend wird die typische Körperfärbung der drei Formen beschrieben. Viele Individuen weichen davon aber (teil­weise sehr stark) ab, d.h. eine mehr oder weniger sichere Unterscheidung der Formen nach der Färbung ist oft nicht möglich.
Eine Bestimmung mit mehr Sicherheit erfordert den Fang der Tiere und ihre Vermessung (Trennung der Formen dann auf der Basis verschiedener Längenverhältnisse und der Größe des Fersenhöckers), oder das Verhören ihrer Anzeige­rufe („Paarungsrufe“). — Eine sichere Bestimmung anhand morphologischer Merkmale ist nicht immer möglich.

Kleiner Wasserfrosch (Foto: A. Zahn)
Körperoberseite grün, mit wenigen (meist kleinen) braunen oder schwarzen Flecken oder ungefleckt; Oberseite der Hinterbeine meist braun (anderenfalls grün); Schallblasen weiß.
Mit ca. 5 bis 7 cm Körperlänge kleinste der drei Grünfrosch­formen.

Verwechslungsmöglichkeiten:
Teichfrosch, Seefrosch


zur Artbeschreibung Kleiner Wasserfrosch (Pelophylax lessonae)

Teichfrosch (Foto: E. Andrä)
Körperoberseite grün bis braun mit unterschiedlich großen schwarzen Flecken. Schallblasen (hell-)grau.
Größe: zwischen der des Kleinen Wasserfrosches und des Seefrosches.

Verwechslungsmöglichkeiten:
Kleiner Wasserfrosch, Seefrosch


zur Artbeschreibung Teichfrosch (Pelophylax esculentus)

Seefrosch (Foto: Th. Dürst)
Körperoberseite grün bis braun mit großen, unregelmäßig geformten, dunklen (nicht schwarzen) Flecken. Schallblasen (dunkel-)grau.
Größte der drei bayerischen Formen: Körperlänge bis zu ca. 15 cm (Weibchen; Männchen kleiner).

Verwechslungsmöglichkeiten:
Kleiner Wasserfrosch, Teichfrosch


zur Artbeschreibung Seefrosch (Pelophylax ridibundus)

Text: Th. Dürst, mit Ergänzungen von F. Glaw, H.-J. Gruber und A. Zahn
Bild links: Erdkröten (Foto: Th. Dürst)
letzte Aktualisierung: 10. Februar 2012