Landesverband für Amphibien- und Reptilien-Schutz in Bayern e.V.

Sumpfschildkröte, Feuersalamander, Ringelnatter, Springfrosch, Zauneidechse

Ringelnatter (Natrix natrix)

Ringelnatter
(Foto: A. Zahn)

Verbreitung in Bayern: über ganz Bayern lückenhaft verbreitet;
in Nordbayern v.a. in den Teichgebieten,
in Südbayern v.a. in Seengebieten und Flussauen.


Karte:
Artenschutzkartierung Bayern,
Bayerisches Landesamt für Umwelt
Download als pdf  externer Link


Hinweis: Der Verbreitungskarte liegt keine systematische bayernweite Kartierung zugrunde. Bereiche ohne Nachweise können deshalb Verbreitung- oder Kartierungslücken sein.
Bestandsentwicklung: vielerorts im Rückgang
Lebensraum: v.a. Flussauen, Feuchtgebiete, Teiche, Weiher, Seen.
Überwinterung: in unterirdischen Höhlen, Tierbauten, unter Baumstümpfen, in Felsspalten.
Fressfeinde: Störche, Reiher, verschiedene Greifvögel, Katzen, Igel, Marder;
Jungtiere: Fische, Seefrösche, Laufkäfer.
Hauptnahrung: Frösche, Molche, Fische
Gefährdung: Straßenverkehr; Trockenlegen von Feuchtgebieten, Intensivierung der Teichwirtschaft, Ausbau der Flüsse und Bäche.
Rote Liste Bayern: 3: Gefährdet
Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie:
Systematik/Taxonomie: Neueren Untersuchungen zufolge kommen in Deutschland nicht wie bisher angenommen zwei, sondern drei Unterarten der Ringelnatter vor. Die Barren-Ringelnatter (Natrix natrix helvetica (Lacepède, 1789), nur im Rheingebiet), die Östliche Ringelnatter (Natrix natrix natrix (LINNAEUS, 1758), übriges Deutschland und Bayern) und nach den neuen Erkenntnissen auch der Haplotyp der Balkan-Ringelnatter (Natrix natrix persa (Pallas, 1814)). Es wird angenommen, dass sich die Kontakzone der östlichen und der Balkan-Ringelnatter duch das ganze deutsche Verbreitungsgebiet der Ringelnatter zieht. Dies würde bedeuten, dass auch in Bayern zwei Unterarten siedeln.

Der Nachweis der Balkan-Ringelnatter in Deutschland basiert auf genetischen Untersuchungen. Anhand morphologischer Merkmale können die Balkan-Ringelnatter und die Östliche Ringelnatter nicht unterschieden werden.

Eine eingehende systematische Würdigung dieser genetischen Gegebenheiten steht noch aus.

Link: externer Link: idw Pressestelle Senckenberg
Literatur und Links (Auswahl): BEUTLER, A., ASSMANN, O., DROBNY, M. & SCHILLING, D. (1993): Die Ringelnatter Natrix natrix natrix Linnaeus, 1758) in Südbayern — Bestandssituation, Gefährdung und Schutz. — In: GRUSCHWITZ, M., KRONACKER, P.M., PODLOUCKY, R., VÖLKL, W. & WAITZMANN, M. (Hrsg.): Verbreitung, Ökologie und Schutz der Schlangen Deutschlands und angrenzen­der Gebiete. — Mertensiella 3: 171—180.

BEUTLER, A., ASSMANN, O., DROBNY, M. & SCHILLING, D. (1994): Die Ringelnatter Natrix natrix natrix Linnaeus, 1758) in Südbayern — Mitteilungen des Landesverbandes für Amphibien- und Reptilienschutz in Bayern e.V. 13(2):1—12.


ganz junge Ringelnatter, ca. bleistift-dick
(Foto: Th. Dürst)


Textzusammenstellung: Th. Dürst
Bild links: Haut einer Ringelnatter (Foto: Th. Dürst)
letzte Aktualisierung: 4. Februar 2012