Landesverband für Amphibien- und Reptilien-Schutz in Bayern e.V.

Sumpfschildkröte, Feuersalamander, Ringelnatter, Springfrosch, Zauneidechse

Amphibien und Reptilien in Bayern

In Bayern sind 19 Amphibien- und 10 Reptilien­arten heimisch. Aktuelle oder ehemalige Vorkommen weiterer Arten beruhen sicher oder sehr wahrscheinlich auf Aussetzung (Alpen-Kammmolch, Karpatenmolch, Nordamerikanische Buchstaben-Schmuckschildkröte, Kroatische Gebirgseidechse — in nachfolgender Tabelle sind ihre deutschen Namen in eckige Klammern gesetzt). Darüber hinaus können immer wieder einzelne Individuen weiterer Arten angetroffen werden, die sicher ausgesetzt oder entlaufen sind, oder deren Herkunft unklar ist; siehe auch  Anm. (1) unten.

 

Deutscher Name bisheriger
wissenschaftlicher Name
neuer
wissenschaftlicher Name
(siehe  Anm. (2) unten)
Infos, Bilder, Verbreitungs-
karte
Amphibien  
Schwanzlurche
Feuersalamander Salamandra salamandra
Alpensalamander Salamandra atra
Kammmolch Triturus cristatus
[Alpen-Kammmolch] Triturus carnifex
Bergmolch Triturus alpestris Ichthyosaura alpestris
Teichmolch Triturus vulgaris Lissotriton vulgaris
Fadenmolch Triturus helveticus Lissotriton helveticus
[Karpatenmolch] Triturus montadoni Lissotriton montadoni
   
Froschlurche
Gelbbauchunke Bombina variegata
Geburtshelferkröte Alytes obstetricans
Knoblauchkröte Pelobates fuscus
Erdkröte Bufo bufo
Kreuzkröte Bufo calamita (Epidalea calamita)
Wechselkröte Bufo viridis (Pseudepidalea viridis)
Laubfrosch Hyla arborea
Grasfrosch Rana temporaria
Moorfrosch Rana arvalis
Springfrosch Rana dalmatina
Kleiner Wasserfrosch
auch: Kleiner Teichfrosch
Rana lessonae Pelophylax lessonae
Teichfrosch
auch: Wasserfrosch
Rana esculenta Pelophylax esculentus
Seefrosch Rana ridibunda Pelophylax ridibundus
   
Reptilien  
Schildkröten
Europäische Sumpfschildkröte Emys orbicularis
[Nordamerikanische Buchstaben-Schmuckschildkröte] Trachemys scripta
   
Echsen
Zauneidechse Lacerta agilis
Östliche Smaragdeidechse Lacerta viridis
Berg- oder Waldeidechse Zootoca vivipara
[Kroatische Gebirgseidechse] Lacerta horvathi Iberolacerta horvathi
Mauereidechse Podarcis muralis
Blindschleiche Anguis fragilis
   
Schlangen
Äskulapnatter Elaphe longissima Zamenis longissimus
Ringelnatter Natrix natrix
Schlingnatter Coronella austriaca
Kreuzotter Vipera berus
   

(1) Anmerkungen zu einzelnen Arten:

  • Alpen-Kammmolch (Triturus carnifex):
    Aktuell ist in Bayern nur ein Vorkommen der Art bekannt, das auf Aussetzung zurückzuführen ist. Hinweise auf ein autoch­thones Vorkommen des Alpen-Kammmolches in Bayern gibt es nicht; die Art wird als in Bayern nicht heimisch betrachtet.
  • Karpatenmolch (Lissotriton montadoni):
    1901 wurden 80 Tiere an einem Gewässer im Bayerischen Wald ausgesetzt. Ob aktuell noch Vorkommen existieren, ist unklar.
  • Sumpfschildkröte (Emys orbicularis):
    Die aktuellen Vorkommen der Art in Bayern sind vermutlich nicht autochthon, sondern beruhen auf Aussetzung. Es steht aber zweifelsfrei fest, dass die Art in Bayern heimisch war.
  • Nordamerikanische Buchstaben-Schmuckschildkröte (Trachemys scripta):
    Diese Schildkrötenart ist in den mittleren und östlichen USA bis in den Nordosten von Mexiko beheimatet. Vorkommen in Deutschland beruhen auf ausgesetzten Tieren (insbesondere die Unterarten Rotwangen-Schmuck­schild­kröte und Gelbwangen-Schmuckschildkröte). Mittlerweile gibt es in Deutschland bereits reprodu­zierende Populationen der Unterart Rotwangen-Schmuck­schild­kröte (Trachemys scripta elegans); aus Bayern sind zwar keine reprodu­zierende Populationen, aber seit mehreren Jahren existierende Bestände bekannt. Einzeltiere können immer wieder in Gewässern beobachtet werden.
  • Kroatische Gebirgseidechse (Iberolacerta horvathi, syn. Lacerta horvathi):
    Die Art wurde Ende der 1980er Jahre erstmals in Bayern (Karwendel) festgestellt, konnte seither aber nicht mehr gefunden werden. Es ist nicht klar, ob die Art in Bayern heimisch ist bzw. war; vermutlich handelte es sich bei diesem Vorkommen um ausgesetzte Tiere.
  • Würfelnatter (Natrix tesselata):
    Es liegen zwei Beobachtungen der Art aus Jahren nach 2000 aus der Passauer Gegend vor, eine weitere auf öster­reichischer Seite. Über die Herkunft dieser beiden Individuen kann nur spekuliert werden. In Bayern war die Art wohl nie heimisch; die nächsten Vorkommen liegne in Österreich und Tschechien. Die einzigen (noch existierenden) authochthonen Vorkommen in Deutschland liegen in Rheinland-Pfalz an den Flüssen Mosel, Lahn und Nahe (wieder angesiedelt auch lokal an der Elbe, Sachsen).

(2) Anmerkungen zur Nomenklatur:

Auf der Basis neuerer Forschungsergebnisse wurden verschiedene Änderungen in der systematischen Einordnung und damit auch der Nomenklatur einer Reihe von Amphibien- und Reptilienarten vorgeschlagen. Davon sind auch einige in Bayern heimische Arten betroffen. Oben stehende Tabelle stellt alte und neue Namen gegenüber. Während diese Vorschläge bei den (bayerischen) Echsen, Schlangen, Molchen und Fröschen weitgehend allgemein akzeptiert sind, ist die Änderung der Gattungszugehörigkeit bei den Bufo-Arten umstritten (siehe hierzu VENCES 2007 ). Deren neue Namen stehen daher in oben stehender Tabelle in Klammern.

Der Bergmolch wird von manchen Autoren in die Gattung Mesotriton gestellt (—> Mesotriton alpestris). Allerdings ist nach SCHMIDTLER (2009) der Gattungsname Ichthyosaura für den Bergmolch älter und daher gemäß den Nomen­klaturregeln vorzuziehen (vgl. SCHMIDTLER, J. (2009): Ichthyosaura, der neue Gattungsname für den Bergmolch — ein Lehrbeispiel in Sachen Nomenklatur. — Zeitschrift für Feldherpetologie 16: 245—250. Laurenti-Verlag, Bielefeld 2009).


Zusammengestellt von Thomas Dürst
wissenschaftliche Beratung: Dr. Frank Glaw/Zoologische Staatssammlung München
letzte Aktualisierung: 24. Juli 2013