Landesverband für Amphibien- und Reptilien-Schutz in Bayern e.V.

Sumpfschildkröte, Feuersalamander, Ringelnatter, Springfrosch, Zauneidechse

Karpatenmolch (Lissotriton montandoni)

Verbreitung in Bayern: 1901 wurden 80 Tiere aus der Umgebung von Brasov (Rumänien) an einem Gewässer im Bayerischen Wald in 550 m Höhe ausgesetzt, wo die Art dann mindestens 50 Jahre lebte. Verschiedene kursierende Informationen über weitere Aussetzungsorte (Viechtach, Kötzting) lassen sich nicht bestätigen, ebensowenig wie die Tatsache, dass die Art noch bis in die 1990er Jahre in Bayern überlebt haben soll.
Verbreitung außerhalb Bayern: Die Heimat des Karpatenmolches sind im Wesentlichen Teile des Karpatenbogens (Polen, Tschechien, Slowakei, Ukraine, Rumänien).
Bestandsentwicklung: Keine Angaben verfügbar, der derzeitige Status des bayrischen Bestandes ist unbekannt.
Landlebensraum Die Aussetzung in Bayern erfolgte in einem großflächigen Waldgebiet. Auch allgemein werden Wälder (Nadel-, Laubwald), als bevorzugte Landlebensräume genannt.
Laichgewässer Beim Aussetzungsort handelt es sich um einen regelmässig im Sommer austrocknenden Waldtümpel mit einem Durchmesser von 10 m und einer Tiefe von maximal 1—1,5 m.
Überwinterung: An Land, in frostgeschützten Verstecken.
Fressfeinde: Allgemein räuberische Wasserinsekten, Fische, Störche, Ringelnatter, terrestrische Raubtiere.
Nahrung: Allgemein wie bei allen Molcharten ein weites Spektrum wasserlebender oder terrestrischer Wirbelloser.
Gefährdung: In Bayern möglicherweise Vernichtung der Laichgewässer, aber auch Ressourcen­konkurrenz mit dem Bergmolch kann nicht ausgeschlossen werden.
Besonderheiten: Dem Teich-, dem Berg- und dem Fadenmolch teils sehr ähnlich; kann mit dem Teichmolch hybridisieren; die Hybride sind fortpflanzungsfähig.

Bauch kräftig orangefarben, ungefleckt (ähnlich Bergmolch); Oberseitenfärbung und Gestalt der Männchen ähnlich dem Fadenmolch (auch mit Schwanzfaden), jedoch Flossensäume an den Hinterzehen fehlend und Rückenleiste noch weniger ausgeprägt. Weibchen ähneln am ehesten Bergmolch-Weibchen, weisen aber auf dem Kopf zwischen den Augen drei Längsfurchen (bzw. zwei Längswülste) auf.
Rote Liste Bayern: nicht gelistet, da nicht einheimisch.
Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie: Anhang II (Art, für deren Erhalt besondere Schutzgebiete ausgewiesen werden müssen)
Anhang IV (streng zu schützende Art)
Hinweis: Derzeit wird an der Zoologischen Staatssammlung München versucht, den Status der bayrischen Population zu klären.
Literatur und Links: GEYER, H. (1953): Triturus montandoni Boulenger 1880 (Der Karpatenmolch). — Die Aquarien- und Terrarienzeitschrift VI.1.1.1: 13—16.

Bilder des Karpatenmolchs (aus Tschechien und Rumänien):  
externer Link  Amphibians and Reptiles of Europe

Weitere Informationen und Verbreitungskarte (Gesamtverbreitung):
externer Link  Arntzen, J.W. et al.: Lissotriton montadoni. — IUCN Red List of Threatened Species.


Text: Michael Franzen
letzte Aktualisierung: 29. Januar 2012